sketch-up Modell

Tools für die Hausplanung:
#3 Google SketchUp

Vor ein paar Monaten begrüßte mich mein Mann abends strahlend mit den Worten „Ich habe ein neues Computerspiel entdeckt. Ich wette, du wirst davon süchtig werden….!“ Ich hatte daraufhin etwas ungläubig geguckt, da Computerspiele so gar nicht mein Ding sind. Doch er hatte Recht.

Als klassisches Computerspiel würde ich es zwar nicht beschreiben, mein „Spieltrieb“ entfachte dieses Programm aber tatsächlich: Google SketchUp. Hätte ich diese Software schon früher entdeckt, hätten wir uns viel Geld sparen können. Dann hätte ich meinen Hausbauwunsch nämlich einfach virtuell ausleben können 😉

Nein, Scherz beiseite: Schon vor Beginn unserer konkreten Hausplanung suchte ich nach geeigneter Planungs-Software, die uns nicht ein Vermögen kostet, einfach zu bedienen ist, millimetergenaue Planung erlaubt und uns trotzdem viele Freiheiten mit Texturen und Möbeln bietet. Doch bis auf diese eine Ausnahme wurde ich immer schwer enttäuscht.

Diverse Architektur-Software erschien mir als Laie viel zu komplex. Für eine einfache Grundform brauchte ich schon eine gefühlte Ewigkeit, Änderungen trieben mir den Schweiß auf die Stirn weil die Software ständig abstürzte und das Angebot an Möbeln fand ich so ernüchternd, dass ich letztendlich aufgab und mich über herausgeschmissenes Geld ärgerte.

Google Sketchup funktioniert jedoch völlig anders. Es ist nichteinmal ein spezielles Tool für Architekten, sondern es lässt sich damit alles modellieren, was eine dreidimensionale Form haben soll, also auch Möbel. Man schlägt sich nicht mit irgendwelchen Details herum, die man als Laie sowieso nicht planen kann (Wandaufbauten, Statik usw.), sondern kümmert sich nur um das Schöne: Die Optik.

Das beste daran ist aber, dass es in der Basisversion kostenlos ist und völlig einfach zu bedienen ist, sobald man das Grundprinzip verstanden hat. Nach einer Woche hatte ich schon ein komplettes Hausmodell gebaut, inkl. zum Teil selbst modellierter Möbel. Und was ich nicht selbst gebaut hatte, konnte ich im „Warehouse“ herutnerladen. Das Sortiment an Ikea-Möbeln und Produkten von KARE ist beeindruckend.

Doch das ist nicht alles. Mit SketchUp kann man den Sonnenverlauf des Jahres simulieren und so den Lichteinfall zu beliebiger Tages- und Jahreszeit simulieren. Perfekt.

Nur ein Manko hat das Tool noch: Künstliche Beleuchtung von Lampen lässt sich nur mit Renderings simulieren. Dafür benötigt man entweder die kostenpflichtige Pro Version oder muss ein Plugin kaufen. Oder sich mit den Testversionen (kleine Auflösung) begnügen.

Für alle, die ich nun neugierig gemacht haben, ein paar Tipps:

  1. Sehr hilfreiche (!) Tutorials für den Einstieg in SketchUp findest du auf www.sketchup.com.
  2. Erstelle aus jedem Objekt eine Gruppe (zum Beispiel Wand- und Deckenelemente, Möbel). Nur so kannst du die Objekte einfach verschieben, ohne dass es zu „Löchern“ kommt.
  3. Erstelle aus allen Elementen, die wiederholt eingesetzt werden, eine Komponente (z.B. die Beine des Tisches, Fenster, Regalbretter). Änderst du eine Komponente, ändern sich auch alle Kopien der Komponente.
  4. Nutze das 3D-Warehouse: https://3dwarehouse.sketchup.com/ und erstelle Komponenten von deinen wichtigsten Möbelstücken. So kannst du direkt überprüfen, ob der Schrank auch wirklich hinter die Tür passt.
    Tipp: Für einige Produkte wie z.B: Holzterrassen werden auch dynamische Komponenten angeboten. Deren Größe kannst du durch Eingabe von Maßen nach Wunsch konfigurieren.
  5. Erstelle für jedes Geschoss eines Hauses eine einzelne Datei. So kannst du viel übersichtlicher arbeiten. Jede Datei ist automatisch eine Komponente, die du wiederum in eine andere Datei laden und bei Bedarf auch wieder ersetzen bzw. neu laden kannst. Um eine Gesamtansicht des Hauses zu erstellen, kannst du also einfach alle Komponenten in einer Datei zusammensetzen.
  6. Nutze Layer um den Überblick in komplexen Modellen zu behalten und um mehrere Komponenten gleichzeitig ein- und ausblenden zu können . Ich verwende zum Beispiel für den „Rohbau“ einen eigenen Layer. Für Möbel, Deko und Lampen habe ich jeweils eigene Layer definiert. Layer eignen sich auch wunderbar, um zum Beispiel verschiedene Planungsvarianten in einer Datei zu sichern.

Viel Spaß damit!

 

Ulli

Grafik-Design, Fotografie und Illustration sind meine Leidenschaft, zum Glück nicht nur privat. Aber auch die Architektur alter und moderner Wohnhäuser sowie vielfältige Themen rund ums Wohnen faszinieren mich von Kindesbeinen an. Meine Gedanken, Fundstücke, Ideen und Bilder dazu möchte ich gerne mit euch teilen.

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